Ubu heißt der neue Mann, der neue Führer auf dem Thron. Ubu ist infantil und feige, sein Lebensinhalt besteht aus Völlerei und Kapital.  Als die Gesellschaft zunehmend unter den Launen, Barbareien und Genoziden leidet, entflammt der atomare Exitus. Doch wer ist dieser Ubu? Was haben wir mit ihm zu tun? Rein in den Klub und nehmt Teil an den Gelagen und Exzessen der Obrigkeit. Verliert euch im schwarz-weißen Strudel der Galaxie und rettet die Welt.

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© UBU

In Zeiten von Populismus, Globalisierung, Orientierungslosigkeit und politischen Spannungsverhältnissen ist Ubu brandaktuell. Das Drama »König Ubu« von Alfred Jarry ist ein Meilenstein der Theaterhistorie und markiert die Geburtsstunde des absurden Theaters. Das 1896 uraufgeführte Drama löste seinerzeit handfeste Tumulte in den Zuschauerrängen aus. Die Dadaisten entdeckten, das in Vergessenheit geratene Relikt, zwanzig Jahre später und würdigten die Pionierleistung, die erstmals mit den festgefahrenen Strukturen der Kunst brach. Eine Persiflage auf die großen Dramen Shakespeares, die zugleich aus inszenatorischer und theaterästhetischer Sichtweise einen Neuanfang barg.

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Dramatiker Tobias Frühauf hat die Figur Ubu zum Ausgangspunkt seines Textes gemacht. Die Inszenierung wird erstmalig den Stoff als zeitgenössische Hip-Hop-Oper aufbereiten. Das Hip-Hop Subgenre Trap polarisiert derzeit die Musikszene und spaltet die Gemüter. Während Kunstrezensenten, das junge Musikgenre als Neo-Dada und Spiegel unserer Gesellschaft preisen, sehen andere darin lediglich einen niveaulosen Trend mit geringer Halbwertszeit. Fest steht, Trap rückt zunehmend und unaufhaltsam in den Fokus unserer  Gesellschaft und bildet das Pendant zum hedonistischen Streben einer jungen Generation, die lieber im Moment verharrt, als Verantwortung zu übernehmen. Ein Experiment und ein weltweit neuartiges Format. Erzählt wird die Geschichte des wahnsinnigen Despoten in einem Malstrom aus Rap, Trap, gesprochenem Wort, Performance, Tanz, Bild- und Lichttechnik. Die Inszenierung übersetzt Jarrys »théâtre-action«  und  Artauds »Theater der Grausamkeit« in die Neuzeit. Ubu vereint Theater, Hip-Hop, Trash, Gesellschafts- und Menschenkritik, Nonsens und paradoxe Kontroversen in einem intensiven Cluberlebnis.

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Regie: Philipp Wolpert
Text und Dramaturgie: Tobias Frühauf
Beats: Dexter; Visun
Bühne und Kostüme: Tobias Frühauf; Philipp Wolpert
Licht und Ton: Twinsisters (Stephan Belz, Stefan Zwanzer, Julian Braun)
Regieassistenz: Fabian Fox

Mit Juicy Gay, Dennis Da Mennace, Sasa Stubbs, Thea Rasche, Andreas Posthoff, Raik Singer, Leah Wewoda, Alexander Ilic, Michel Schulze (Drums) und Gunnar Schwarm (Performer)

Ticket VVK auf Keyvent

goo.gl/FX38yT (26.10.18)

goo.gl/Xf5sFA (27.10.18)

by Tacheles und Tarantismus